
Zitat: Die Tabakfabrik wurde 1850 als so genannte Notstandsmaßnahme nach der Einstellung der Wollzeugfabrik gegründet. Als erstes Produktionsgebäude übernahm die Tabakfabrik die von 1764 stammende "Zweite" Färberei östlich des Hauptgebäudes samt der dort vorhandenen 20-PS-Dampfmaschine. Von 1855 bis 1902 wurden zahlreiche Erweiterungsbauten errichtet. Nach kontinuierlicher Produktionssteigerung erfolgte 1928 der Beschluss zum Neubau als Ersatz für den insgesamt veralteten und technisch unzulänglichen Baubestand. Den Auftrag erhielt das renommierte Wiener Architekturbüro Peter Behrens und Alexander Popp. Die Tabakfabrik ist Behrens letzter großer Fabrikbau und zugleich sein erster Entwurf im Sinne des Funktionalismus und der "Neuen Sachlichkeit". Nach der geschwungenen Linienführung des Grundstücks im Süden bis zur Ludlgasse richtete sich das neue Fabrikgebäude aus. Nicht zuletzt wegen finanzieller Schwierigkeiten erfolgte der Neubau in mehreren Phasen. Am 12. November 1935 wurde die Tabakfabrik feierlich eröffnet. Die Abrechnung ergab eine Bausumme von 25 Millionen Schilling. Mit rund tausend Beschäftigten war es im Neubau während des Zweiten Weltkrieges möglich, pro Jahr etwa fünf Milliarden Zigaretten zu erzeugen.
1982 errichtete die Tabakregie einen Gebäudekomplex mit Verwaltung, Verkaufslager, Endverpackung und vollautomatisiertem Palettenlager. Es wurde zwar versucht, die Neubauten farblich auf den Baubestand abzustimmen, die Beton-Fertigteilarchitektur bedeutet jedoch eine Qualitäts-Zäsur.
Quelle: Österreichische Kunsttopographie, Band LV Die profanen Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Linz, III. Teil. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Inventarisation und Denkmalforschung. Quelle:Link
Heute ist die Tabakfabrik mehr oder weniger geschlossen und wir nur für kleine Theatervorstellungen, sowie für Konzerte genutzt. Das restliche Areal bleibt ungenützt und ist einem bereits lange andauernden Interessenskonflikt der Parteien ausgesetzt. Dieses architektonische Meisterwerk der Linzer Geschichte verbleibt als Ruine, obwohl unzählige Möglichkeiten bestünden dieses Gebäude zu nutzen. Man könnte einen neuen Brennpunkt der Stadt errichten mit Restaurants, Bars, Lokale, Kino, Konzerthallen etc, doch das bleibt wahrscheinlich mein persönliches Wunschdenken.
Ich hoffe wir erleben in diesem Jahrhundert endlich eine Lösung, die hoffentlich nicht den Abriss beinhaltet, aber Gott sei Dank stehen die meisten Teile unter Denkmalschutz!

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